8. Landschreiber-Wettbewerb 2020 "Sprache und Umwelt"

… net es Gelbe vom Ei 

Nach „Aus Liebeseidnem Blau", (1995), "Ein rapsgelbgrünes Lächeln übers Jahr", (2000) und "Unterm Buntlaub" (2005) präsentiert uns Friedel Auer hier einen weiteren farbenfrohen Reigen erlebter Geschichten und Gedanken aus Franken.

A Word zuvur
an Siggi gibts hald überall
 
Auf derer Weld gibts suvill Laid
wou über andre lachn denner,
wou maaner, sie wärn furchbar gscheid
und doch an Andern net verschdänner.

In Aanzign, wou i raushebn koo
is der, dem wous nix ausmachd
als Orchinal, als glanner Moo,
wenn nern a Gscheider auslachd.

Iich waas net, wänn er her is kummer,
i waas a net, vo wou,
wou immer i mein Weech hab gnummer -
der Siggi woar scho dou,
lebt ewich, als a grummer Hund,
waach in sein Kubf und a weng schdur,
a gouds Schdügg fränggisch und im Grund
a feiner Kerl – halt nebn der Schbur.
 
Vill Diefsinn schdeggd in dene Sachen,
von su an gnorzign Orchinal.

Es Umunsrum wär ohne Lachn
und ohne Dragig furchbar schal -
is doch des Leem nu ans der schennsdn 
im Glanner grod su wäi im Glännsdn.

Wilfried Auer (Hrsg.)
Seubert-Verlag, Marktoberdorf 2021
ISBN 978-3-947092-18-5, 16,- €, 100 Seiten